Humanisten
Templin

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Spiritualiät im Humanismus

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– ein kurzer Bericht vom Februarstammtisch.

Jeder der Teilnehmer hatte ein kleine „Hausaufgabe“ und fast jeder hatte die auch gemacht. So knapp wie möglich sollte, ohne vorher irgendwo nachzuschlagen, zusammengefasst werden, was man unter Spiritualität versteht.
Die Bandbreite war so groß, dass tatsächlich jeder ein anderes Verständnis von diesem Begriff hatte.

Da gab es eine Art medidativer Sicht, die das in sich gehen und den Glauben an sich selbst auch als höherem Wesen betonte. Da gab es aber auche eine eher spiritistische Sicht. die sich auf nicht erklärbare Erscheinungen von Wesenheiten und Phänomenen bezog. Göttliche Leitimpulse war ein weiters Verständnis des Wortes Spiritualität, eine andere die Zusammenfassung bestimmter Gefühle in bestimmten Momenten die einen Letztbezug zum Übernatürlichen haben. Auch der Glaube an eine als göttlich bezeichnete Durchdringung der Materie von „Geist“ im weitesten Sinne wurde als Spiritualität verstanden.

Schon das macht klar, dieser Begriff ist kaum fassbar. Das macht es schwer zu urteilen, ob es Spiritualität überhaupt gibt. Wenn man es nicht genau umgekehrt sehen möchte und wegen der Beliebigkeit des Begriffes schlussfolgern will, Spiritualität gibt es auf jeden Fall. Nur bliebe dann immer noch die Frage, welche denn?

Ob so oder anders, letztlich einigten wir uns auf die These: „Man sollte im atheistischen Bereich auf den Begriff Spiritualität verzichten, weil er völlig offen für individuelle Interpretationen und somit nicht fassbar ist. Es ist ein Schwabbelbegriff!“

Anlass, sich überhaupt mit dem Thema Spiritualität zu beschäftigen war der Fakt, dass auch im humanistischen Lager immer mehr von  weltlicher Spiritualität geredet wird.  Einer, dessen Hauptthema das geworden ist, ist der promovierte Theologe Dr.Dr. Kahl. Er meint, die gäbe es erst im „Reifestadium des Atheismus“ der „die Stufe der puren Negation, der Religionskritik und des Antiklerikalismus hinter sich gelassen hat, ohne deren abgrenzende und klarstellende Wahrheiten zu vergessen“. Hört sich spirituell an, und deshalb war es interessant, seinen Vortrag zum Humanistentag 2013 zu hören. Ein sehr interessanter Vortrag, der sich auf das Kahlaugedicht „Kein Gott“ bezog. Warum das Schreiben bzw. Lesen dieses Gedichtes aber spirituell sein soll, habe ich nicht verstanden. Ich fand es einfach schön und ergreifend.

Das im oben verlinkten hpd-Artikel erwähnte Konzept „Spiritualität und intellektuelle Redlichkeit“ von Thomas Metzinger fand ich schlüssiger. Warum er aber unbedingt für das, was er beschreibt, den Begriff Spiritualität verwenden muss, versinkt für mich im spirituellen Nebel.

 

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